Termine

03.12.2020 - 05.12.2020

Online-Seminar: 'Männerhasserinnen', 'Frauenversteher' & 'Homo-Lobby'

Zum Umgang mit antifeministischen und sexistischen Äußerungen

Die vollständige Ausschreibung kann hier heruntergeladen werden.

Zeiten:

Do 03.12., Technik-Check-In: 17 Uhr, Seminar: 17.30.-19.30 Uhr
Fr 04.12., Technik-Check-In: 10:45 Uhr, Seminar: 11-18 Uhr
Sa 05.12., Technik-Check-In: 10:45 Uhr, Seminar: 11-18 Uhr

Referentinnen: Katharina Debus & Iven Saadi

Zielgruppe: Alle, die feministische, gleichstellungsorientierte und queere Positionen immer wieder verteidigen (müssen).

Menschen, die sich für Gleichstellung, Feminismus und die Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt einsetzen, werden dafür oft angegriffen. Kampfbegriffe sind unter anderem ‚Männerhasserin‘, ‚Feminazi‘, ‚Frauenversteher‘, ‚lila Pudel‘, ‚Genderwahn‘, ‚Männerunterdrückung‘, ‚political correctness‘, ‚Umerziehung‘, ‚Homo-Lobby‘ ‚Diktatur der Minderheiten’ oder ‚Familienfeindlichkeit‘.

Die Motivationen der Angreifer*innen reichen von bewusster politischer Manipulation und Falschdarstellungen bis hin zu Unwissenheit und ehrlichen Missverständnissen. Auch Verunsicherungsabwehr und sich mit den eigenen Unrechtserfahrungen nicht gesehen zu fühlen, können Motive sein.

Diskriminierungskritisches Engagement gerät so in die Schusslinie oder wird lächerlich gemacht. Manche Engagierte erleben soziale Isolierung, andere haben das Gefühl, ständig kämpfen zu müssen, manche ziehen sich zurück, andere brennen aus und wir beobachten (auch bei uns selbst) immer wieder das Risiko, in vorauseilendem Gehorsam defensiver mit den eigenen Inhalten umzugehen. Im Workshop wollen wir dem durch die Stärkung von Solidarität, Kampfgeist und Kreativität entgegen wirken. Wir werden einerseits inhaltlich das Wissen rund um Antifeminismus, Sexismus und Angriffe auf geschlechtliche und sexuelle Vielfalt stärken. Außerdem wird es um Motivationen bei möglichen Gegenübern gehen, um Argumentationssituationen besser verstehen zu lernen.

Aufbauend darauf werden wir in Trainingseinheiten (Rollenspiele & Argumentationstraining) verschiedene Umgangsweisen in solchen Situationen erproben und dabei auch an eigenen Fällen der Teilnehmenden arbeiten.

Ein Problem ist, dass wir bei Angriffen von außen oft in die Defensive geraten mit unseren Themen. Deshalb werden wir uns auch damit beschäftigen, was uns in diesen Themen eigentlich wichtig ist und wie wir das selbstbewusst vertreten können.

Nicht zuletzt wird es um Selbstreflexion gehen, darum, wie es uns mit Angriffen geht, was unsere persönlichen Herausforderungen dabei sind und welche Ressourcen und Kraftquellen uns stärken. Wir wünschen uns dabei eine wohlwollende, solidarische, fehlerfreundliche und diskriminierungskritische Atmosphäre.

Organisatorisches

Kosten: Die Teilnahme ist kostenfrei.

Anmeldung: Die Anmeldung erfolgt unter anmeldungen-interventionen@dissens.de mit folgenden Angaben: Name, Wohnort, Organisation bzw. Institution bzw. Tätigkeit, Zoom-Erfahrung, ggf. Rückfragen bzw. Anliegen. Wenig/keine Zoom-Erfahrung ist kein Ausschlusskriterium, die Information dient nur unserer Vorbereitung. Da die Plätze begrenzt sind, bitten wir um verbindliche Anmeldungen und ggf. rechtzeitige Absagen, um ggf. Menschen auf der Warteliste berücksichtigen zu können. Aufgrund der Förderung durch den Berliner Senat sind wir gehalten, Teilnehmende mit Wohn- bzw. Arbeitsort in Berlin bevorzugt zu berücksichtigen.

Zoom: Die Online-Seminare finden passwortgeschützt über Zoom statt. Wir wissen um die politische Kritik an Zoom, haben nach gangbaren und stabilen Alternativen gesucht, aber für dieses Online-Seminar keine geeignete Alternative gefunden.

Technische Ausstattung: Teilnehmende brauchen eine Kamera und ein Mikrophon (beides ist in den meisten Laptops und Smartphones bereits installiert) bzw. besser ein Headset. Es empfiehlt sich eine Teilnahme über einen Computer. Eine Teilnahme über Smartphone oder Tablet ist möglich, aber durch den kleinen Bildausschnitt erfahrungsgemäß anstrengend und es steht nicht der volle Funktionsumfang zur Verfügung. Wir bitten insbesondere zoom-unerfahrene Teilnehmende, sich bereits zu Beginn des Technik-Check-Ins einzuloggen, um eine Chance zu haben, mögliche technische Probleme zu erkennen und bestmöglich zu lösen. Es empfiehlt sich, sich bereits vorher mit Unterstützung von Freund*innen oder Kolleg*innen mit Zoom vertraut zu machen.

Barrieren: Das Seminar findet in Lautsprache statt. Die Vorträge werden teils durch Powerpoint-Visualisierungen unterstützt. Diese können bei Bedarf vorab zugesandt werden. Bei rechtzeitiger Nachricht bemühen wir uns darum, so vorzutragen, dass der Vortrag auch ohne die Visualisierungen zu verstehen ist.

Datenschutz & Aufzeichnungen: Die Teilnehmenden-Dokumentation für die Fördergeber_innen findet per Screenshot mit ausgeschalteten Videos statt. Für die Dokumentation relevante Chat-Inhalte (z.B. Literaturhinweise, inhaltliche Brainstormings etc.) gehen maximal unter Nennung des Vornamens in die Dokumentation ein, über den Chat geäußerte Anonymisierungs- bzw. Streichungswünsche werden berücksichtigt. Weitere Informationen zum Datenschutz finden sich unter https://www.dissens.de/disclaimer (die Anmerkungen zur Aufzeichnung von Präsentationen entfallen für dieses Seminar – wir werden nicht aufzeichnen). Die Anmeldung gilt als Einverständnis mit den genannten Hinweisen und Dokumentationsformen. Sie gilt ebenfalls als Einverständnis mit der Speicherung der im Anmeldevorgang genannten Daten zum Zweck der Teilnehmenden-Verwaltung. Bzgl. Datenschutz bei Zoom-Nutzung verweisen wir auf die Datenschutzaussagen von Zoom. Rückfragen zu Zoom-Einstellungen können an die Anmelde-Adresse gerichtet werden.

Das Online-Seminar findet im Rahmen des Projekts Schnittstelle Geschlecht – Geschlechterreflektierte Bildung als Prävention von Sexismus, Vielfaltsfeindlichkeit und Rechtsextremismus statt. Das Projekt wird gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, im Rahmen des Landesprogramms gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus.


20.11.2020

Online-Tagung Platz für Vielfalt?! Differenzlinien in der Offenen Jugendarbeit

20.11.2020 (Online-Tagung per Microsoft Teams)

Platz für Vielfalt?! Differenzlinien in der Offenen Jugendarbeit

Fachtagung der Uni Bern

U.a. mit einem Vortrag der assoziierten Dissens-Mitarbeiterin Katharina Debus zur Gestaltung von Lernprozessen zu Diskriminierung

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung: https://www.bfh.ch/de/aktuell/veranstaltungen/platz-fuer-vielfalt-/


10.11.2020 - 11.11.2020

Online-Seminar: Lernen zu Diskriminierung

Zur Gestaltung von Lernprozessen

Ausschreibung zum Download

im Rahmen des Projekts Schnittstelle Geschlecht – Geschlechterreflektierte Bildung als Prävention von Sexismus, Vielfaltsfeindlichkeit und Rechtsextremismus von Dissens – Institut für Bildung und Forschung

Termine:

  • ca. 2,5-3h Vorbereitungszeit in Eigenregie – die Informationen werden spätestens zwei Wochen vor Seminarbeginn zugesandt
  • Di, 10. November: Technik-Check-In 10h, Seminar: 10:30h-17:30h
  • Mi, 11. November: Technik-Check-In 10:15h, Seminar 10:30h-17:30h

Referent*innen: Iven Saadi und Katharina Debus

Zielgruppe: Menschen, die professionell oder ehrenamtlich Bildungsprozesse zu Diskriminierung gestalten (wollen)

Lernprozesse zu Diskriminierung sind herausfordernd – für die Lernenden sowie für die, die die Bildungsprozesse gestalten. Oft sind Angst, Schuld, Scham, Verletzlichkeit und/oder Widerstand prägend für den Verlauf von Lernprozessen. Gleichzeitig steckt sehr viel Potenzial in gut angeleiteten Lernprozessen zu Diskriminierung – in Bezug auf persönliche Weiter-entwicklung, Empowerment, verbesserte zwischenmenschliche Beziehungen und professionelle Praxis sowie gesellschaftliche Veränderung. Wir haben erlebt, dass – über politische Überlegungen zu (Un)Gerechtigkeit hinaus – eine explizite Beschäftigung mit der Gestaltung von Lernprozessen sehr hilfreich ist und neue Pfade eröffnet, Mitstreiter*innen gegen Diskriminierung zu gewinnen und in ihrer Handlungsfähigkeit zu stärken.

Vorbereitend zum Online-Seminar erhalten die Teilnehmenden den Zugang zu einem etwa zweistündigen Vortragsmitschnitt zur Frage „Warum verhalten Menschen sich diskriminierend?“ Es geht dabei um die Annahme der Kritischen Psychologie, dass es bei diskriminierendem Verhalten oft um mehr geht, als Böswilligkeit und/oder Mangel an Wissen und dass eine Beschäftigung mit diesen subjektiven Funktionalitäten wichtig für die Präventionsarbeit ist. Hierfür sollten inkl. Pausen und Reflexionsfragen insgesamt ca. zweieinhalb bis drei Stunden Zeit eingeplant werden.

Im Online-Seminar greifen wir einige der Themen des Vortrags vertiefend auf und richten dann das Augenmerk auf praktische Konsequenzen für die Bildungsarbeit. Es wird unter anderem um emotionale Aspekte des Lernens zu Diskriminierung gehen, um den Umgang mit heterogenen Gruppen, um die häufige Krisenhaftigkeit des Lernens zu Diskriminierung und um Gründe für und Umgang mit Widerstand. Dabei legen wir auch ein Augenmerk auf unsere Rolle, Haltung und Verantwortung als Bildungsarbeiter*innen und auf die Beziehung zwischen Leitung und Teilnehmenden. Und wir schauen kritisch auf vereinfachende Vorannahmen verschiedener Ansätze der Antidiskriminierungspädagogik und beschäftigen uns mit Spannungsverhältnissen der Bildungsarbeit zu Diskriminierung und Möglichkeiten des Umgangs damit.

Wünsche an die Atmosphäre – Braver Space:

Wie bereits beschrieben, können Lernprozesse zu Diskriminierung Themen berühren, die mit Unsicherheit oder Verletzlichkeit verbunden sind. Wir gehen davon aus, dass wir in dieser Gesellschaft alle Worte und Muster lernen, die in diskriminierende Verhältnisse eingelassen sind. Wir wünschen uns für das Seminar eine wohlwollende Atmosphäre, in der alle Beteiligten sich darum bemühen, andere nicht zu verletzen und keine Diskriminierungsmuster zu wiederholen, aber auch darum, mit unbeabsichtigten Fehlern wohlwollend umzugehen. Aufgrund der angestrebten Heterogenität der Gruppe und des Themas Diskriminierung können wir bei aller Umsicht nicht ausschließen, dass im Seminarprozess auch Schmerz aufgerufen wird. In unserer Erfahrung können wir perspektivisch durch einen mutigen Umgang mit diesen Gefühlen unsere Resilienz im Umgang mit Diskriminierung stärken.

Da der konstruktive Umgang mit dem eigenen Schmerz eine wichtige Kompetenz in der Gestaltung von Lernprozessen zu Diskriminierung darstellt, konzipieren wir das Seminar in diesem Sinne eher als einen Braver Space. Wir werden in diesem Seminar nicht bewusst mit Schmerz arbeiten, sondern eher an Fragen des Praxistransfers. Aber wir wünschen uns eine wohlwollende Atmosphäre, in der unter Umständen zeitweise die Komfortzone verlassen werden kann, Irritationen und Widerspruch möglich sind und Schmerz thematisiert werden kann – in achtsamer Weise. Selbstverständlich beruht die Mitwirkung bei allen Einheiten des Seminars auf Freiwilligkeit. Wer gerade eher einen Safer Space benötigt, sollte sich daher überlegen, ob dieses Seminar zu diesem Zeitpunkt der richtige Ort ist. Wir werden im Seminar auf dieses Spannungsfeld zwischen Safer und Braver Spaces eingehen.

Organisatorisches:

Kosten:Die Teilnahme ist kostenfrei.

Gruppenzusammensetzung & Anmeldung:

Es gibt sehr viele unterschiedliche Felder der diskriminierungskritischen Pädagogik und Bildungsarbeiter*innen bringen unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven mit. Sofern vom Anmeldestand und Zeitaufwand für uns machbar, bemühen wir uns um eine Gruppenzusammensetzung, in der verschiedene Themenschwerpunkte und Perspektiven zusammenkommen.

Die Anmeldung erfolgt unter anmeldungen-interventionen@dissens.de mit folgenden Angaben:

  • Name
  • Wohn- bzw. Arbeitsort (die Stadt reicht, wir brauchen keine Privatadressen)
  • Organisation bzw. Institution bzw. Tätigkeit
  • Bisherige Beschäftigung mit Diskriminierung und Pädagogik: auch neu im Thema sein ist willkommen, es geht nur um eine ganz grobe Einschätzung von möglichen Themenschwerpunkten und Erfahrungen
  • Zoom-Erfahrung: keine Erfahrung ist kein Ausschlussgrund, es geht uns nur darum, uns entsprechend vorbereiten zu können
  • ggf. Rückfragen bzw. Anliegen
  • Wenn wir für die Gruppenzusammensetzung etwas zu Euren Zugehörigkeiten/ Perspektiven/Erfahrungen wissen sollen, erwähnt das gerne. Wir wissen, dass der Umgang damit in verschiedenen Themen- und Tätigkeitsfeldern sehr unterschiedlich aussieht und unterschiedlich intim ist/empfunden werden kann, und halten daher wenig von Offenbarungszwang. Ihr entscheidet selbst, was Ihr uns mitteilen wollt.

Da die Plätze begrenzt sind, bitten wir um verbindliche Anmeldungen und ggf. rechtzeitige Absagen, um ggf. Menschen auf der Warteliste berücksichtigen zu können. Aufgrund der Förderung durch den Berliner Senat sind wir gehalten, Teilnehmende mit Wohn- bzw. Arbeitsort in Berlin bevorzugt zu berücksichtigen.

Zoom: Das Online-Seminar findet passwortgeschützt über Zoom statt. Wir wissen um die politische Kritik an Zoom, haben nach gangbaren und stabilen Alternativen gesucht, aber für diese Veranstaltung keine geeignete Alternative gefunden.

Technische Ausstattung:Teilnehmende brauchen eine Kamera und ein Mikrophon (beides ist in den meisten Laptops und Smartphones bereits installiert) bzw. besser ein Headset. Es empfiehlt sich eine Teilnahme über einen Computer. Eine Teilnahme über Smartphone oder Tablet ist möglich, aber durch den kleinen Bildausschnitt erfahrungsgemäß anstrengend und es steht nicht der volle Funktionsumfang zur Verfügung.

Wir bitten insbesondere zoom-unerfahrene Teilnehmende, sich bereits zu Beginn des Technik-Check-Ins einzuloggen, um eine Chance zu haben, mögliche technische Probleme zu erkennen und bestmöglich zu lösen. Es empfiehlt sich, sich bereits vorher mit Unterstützung von Freund*innen oder Kolleg*innen mit Zoom vertraut zu machen.

Barrieren: Das Seminar findet in Lautsprache statt. Die Vorträge werden teils durch Powerpoint-Visualisierungen unterstützt. Diese können bei Bedarf vorab zugesandt werden. Bei rechtzeitiger Nachricht bemühen wir uns darum, so vorzutragen, dass der Vortrag auch ohne die Visualisierungen zu verstehen ist.

Datenschutz & Aufzeichnungen: Die Teilnehmenden-Dokumentation für die Fördergeber_innen findet per Screenshot mit ausgeschalteten Videos statt. Für die Dokumentation relevante Chat-Inhalte (z.B. Literaturhinweise, inhaltliche Brainstormings etc.) gehen maximal unter Nennung des Vornamens in die Dokumentation ein, über den Chat geäußerte Anonymisierungs- bzw. Streichungswünsche werden berücksichtigt. Weitere Informationen zum Datenschutz finden sich unter https://www.dissens.de/disclaimer (die Anmerkungen zur Aufzeichnung von Präsentationen entfallen für dieses Seminar – wir werden nicht aufzeichnen). Die Anmeldung gilt als Einverständnis mit den genannten Hinweisen und Dokumentationsformen. Sie gilt ebenfalls als Einverständnis mit der Speicherung der im Anmeldevorgang genannten Daten zum Zweck der Teilnehmenden-Verwaltung. Bzgl. Datenschutz bei Zoom-Nutzung verweisen wir auf die Datenschutzaussagen von Zoom. Rückfragen zu Zoom-Einstellungen können an die Anmelde-Adresse gerichtet werden.

Diese Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts Schnittstelle Geschlecht –Geschlechterreflektierte Bildung als Prävention von Sexismus, Vielfaltsfeindlichkeit und Rechtsextremismus von Dissens – Institut für Bildung und Forschung statt. Das Projekt wird gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, im Rahmen des Landesprogramms gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus.


15.10.2020 - 17.10.2020

Online-Seminar: 'Männerhasserinnen', 'Frauenversteher' & 'Homo-Lobby'

Zum Umgang mit antifeministischen und sexistischen Äußerungen

Die vollständige Ausschreibung kann hier heruntergeladen werden.

Zeiten:

Do 15.10., Technik-Check-In: 17 Uhr, Seminar: 17.30.-19.30 Uhr
Fr 16.10., Technik-Check-In: 10:45 Uhr, Seminar: 11-18 Uhr
Sa 17.10., Technik-Check-In: 10:45 Uhr, Seminar: 11-18 Uhr

Referentinnen: Katharina Debus & Sarah Klemm

Zielgruppe: Alle, die feministische, gleichstellungsorientierte und queere Positionen immer wieder verteidigen (müssen).

Menschen, die sich für Gleichstellung, Feminismus und die Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt einsetzen, werden dafür oft angegriffen. Kampfbegriffe sind unter anderem ‚Männerhasserin‘, ‚Feminazi‘, ‚Frauenversteher‘, ‚lila Pudel‘, ‚Genderwahn‘, ‚Männerunterdrückung‘, ‚political correctness‘, ‚Umerziehung‘, ‚Homo-Lobby‘ ‚Diktatur der Minderheiten’ oder ‚Familienfeindlichkeit‘.

Die Motivationen der Angreifer*innen reichen von bewusster politischer Manipulation und Falschdarstellungen bis hin zu Unwissenheit und ehrlichen Missverständnissen. Auch Verunsicherungsabwehr und sich mit den eigenen Unrechtserfahrungen nicht gesehen zu fühlen, können Motive sein.

Diskriminierungskritisches Engagement gerät so in die Schusslinie oder wird lächerlich gemacht. Manche Engagierte erleben soziale Isolierung, andere haben das Gefühl, ständig kämpfen zu müssen, manche ziehen sich zurück, andere brennen aus und wir beobachten (auch bei uns selbst) immer wieder das Risiko, in vorauseilendem Gehorsam defensiver mit den eigenen Inhalten umzugehen. Im Workshop wollen wir dem durch die Stärkung von Solidarität, Kampfgeist und Kreativität entgegen wirken. Wir werden einerseits inhaltlich das Wissen rund um Antifeminismus, Sexismus und Angriffe auf geschlechtliche und sexuelle Vielfalt stärken. Außerdem wird es um Motivationen bei möglichen Gegenübern gehen, um Argumentationssituationen besser verstehen zu lernen.

Aufbauend darauf werden wir in Trainingseinheiten (Rollenspiele & Argumentationstraining) verschiedene Umgangsweisen in solchen Situationen erproben und dabei auch an eigenen Fällen der Teilnehmenden arbeiten.

Ein Problem ist, dass wir bei Angriffen von außen oft in die Defensive geraten mit unseren Themen. Deshalb werden wir uns auch damit beschäftigen, was uns in diesen Themen eigentlich wichtig ist und wie wir das selbstbewusst vertreten können.

Nicht zuletzt wird es um Selbstreflexion gehen, darum, wie es uns mit Angriffen geht, was unsere persönlichen Herausforderungen dabei sind und welche Ressourcen und Kraftquellen uns stärken. Wir wünschen uns dabei eine wohlwollende, solidarische, fehlerfreundliche und diskriminierungskritische Atmosphäre.

Organisatorisches

Kosten: Die Teilnahme ist kostenfrei.

Anmeldung: Die Anmeldung erfolgt unter socialmediainterventions@dissens.de mit folgenden Angaben: Name, Wohnort, Organisation bzw. Institution bzw. Tätigkeit, Zoom-Erfahrung, ggf. Rückfragen bzw. Anliegen. Wenig/keine Zoom-Erfahrung ist kein Ausschlusskriterium, die Information dient nur unserer Vorbereitung. Da die Plätze begrenzt sind, bitten wir um verbindliche Anmeldungen und ggf. rechtzeitige Absagen, um ggf. Menschen auf der Warteliste berücksichtigen zu können. Aufgrund der Förderung durch den Berliner Senat sind wir gehalten, Teilnehmende mit Wohn- bzw. Arbeitsort in Berlin bevorzugt zu berücksichtigen.

Zoom: Die Online-Seminare finden passwortgeschützt über Zoom statt. Wir wissen um die politische Kritik an Zoom, haben nach gangbaren und stabilen Alternativen gesucht, aber für dieses Online-Seminar keine geeignete Alternative gefunden.

Technische Ausstattung: Teilnehmende brauchen eine Kamera und ein Mikrophon (beides ist in den meisten Laptops und Smartphones bereits installiert) bzw. besser ein Headset. Es empfiehlt sich eine Teilnahme über einen Computer. Eine Teilnahme über Smartphone oder Tablet ist möglich, aber durch den kleinen Bildausschnitt erfahrungsgemäß anstrengend und es steht nicht der volle Funktionsumfang zur Verfügung. Wir bitten insbesondere zoom-unerfahrene Teilnehmende, sich bereits zu Beginn des Technik-Check-Ins einzuloggen, um eine Chance zu haben, mögliche technische Probleme zu erkennen und bestmöglich zu lösen. Es empfiehlt sich, sich bereits vorher mit Unterstützung von Freund*innen oder Kolleg*innen mit Zoom vertraut zu machen.

Barrieren: Das Seminar findet in Lautsprache statt. Die Vorträge werden teils durch Powerpoint-Visualisierungen unterstützt. Diese können bei Bedarf vorab zugesandt werden. Bei rechtzeitiger Nachricht bemühen wir uns darum, so vorzutragen, dass der Vortrag auch ohne die Visualisierungen zu verstehen ist.

Datenschutz & Aufzeichnungen: Die Teilnehmenden-Dokumentation für die Fördergeber_innen findet per Screenshot mit ausgeschalteten Videos statt. Für die Dokumentation relevante Chat-Inhalte (z.B. Literaturhinweise, inhaltliche Brainstormings etc.) gehen maximal unter Nennung des Vornamens in die Dokumentation ein, über den Chat geäußerte Anonymisierungs- bzw. Streichungswünsche werden berücksichtigt. Weitere Informationen zum Datenschutz finden sich unter https://www.dissens.de/disclaimer (die Anmerkungen zur Aufzeichnung von Präsentationen entfallen für dieses Seminar – wir werden nicht aufzeichnen). Die Anmeldung gilt als Einverständnis mit den genannten Hinweisen und Dokumentationsformen. Sie gilt ebenfalls als Einverständnis mit der Speicherung der im Anmeldevorgang genannten Daten zum Zweck der Teilnehmenden-Verwaltung. Bzgl. Datenschutz bei Zoom-Nutzung verweisen wir auf die Datenschutzaussagen von Zoom. Rückfragen zu Zoom-Einstellungen können an die Anmelde-Adresse gerichtet werden.

Das Online-Seminar findet im Rahmen des Projekts Schnittstelle Geschlecht – Geschlechterreflektierte Bildung als Prävention von Sexismus, Vielfaltsfeindlichkeit und Rechtsextremismus statt. Das Projekt wird gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, im Rahmen des Landesprogramms gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus.


16.07.2020 - 13.08.2020

Online-Seminarreihe: Emanzen, Alphamädchen oder Heilsbringerinnen?

Eine Online-Seminarreihe mit Katharina Debus zu Weiblichkeitsanforderungen zwischen Traditionalität und Modernisierung und zur subjektiven Funktionalität von Diskriminierung sowie Antifeminismus von Seiten von Frauen und Mädchen

im Rahmen des Projekts Schnittstelle Geschlecht – Geschlechterreflektierte Bildung als Prävention von Sexismus, Vielfaltsfeindlichkeit und Rechtsextremismus

Die Ausschreibung kann hier als pdf heruntergeladen werden.

Frauen, Mädchen und Weiblichkeit werden heute im öffentlichen Diskurs sehr widersprüchlich thematisiert. Postfeministische Diskurse behaupten, Frauen und Mädchen seien längst Männern und Jungen gleichgestellt und wer heute noch feministisch sei, sei realitätsfremd, hänge einer Opfermentalität an oder sei männerhassend und sexuell frustriert. Außerdem würden feministische Interventionen wie #metoo nur zu mehr Verkrampftheit zwischen den Geschlechtern führen. Oft wird der Blick auf die Erfolge bestimmter Frauen gelenkt und Empowerment verkürzt als eine Individualisierung weiblichen Erfolgs verstanden – mit viel individueller Stärkung, aber ohne Herrschaftskritik. Gleichzeitig werden Frauen und Mädchen oft als die weniger diskriminierenden Wesen adressiert und als Heilsbringerinnen für eine bessere Zukunft idealisiert. Sie verhalten sich aber dennoch ebenfalls diskriminierend und antifeministisch. Unter anderem in antifeministischen und vielfaltsfeindlichen Diskursen lassen sich dabei Spuren finden, was solche Verhaltens- und Denkangebote auch für Frauen und Mädchen attraktiv machen könnte.

Die Online-Seminarreihe nähert sich diesem Komplex aus verschiedenen Perspektiven. Dabei liegt der Fokus auf Deutschland.

Manche Bausteine der Online-Seminarreihe sind einzeln buchbar, andere nur in Kombination bzw. kombiniert mit einer Textlektüre oder dem Anschauen einer Online-Dokumentation. Bitte beachtet/beachten Sie die Hinweise zu Voraussetzungen und Zielgruppen in den einzelnen Modulbeschreibungen.

Organisatorisches:

Kosten: Die Teilnahme ist kostenfrei.

Anmeldung: Die Anmeldung erfolgt unter anmeldungen-interventionen[at]dissens.de mit folgenden Angaben: Name, Wohnort, Organisation bzw. Institution bzw. Tätigkeit, gewählte Module, Zoom-Erfahrung, ggf. Rückfragen bzw. Anliegen. Da die Plätze in den Modulen begrenzt sind, bitten wir um verbindliche Anmeldungen und ggf. rechtzeitige Absagen, um ggf. Menschen auf der Warteliste berücksichtigen zu können. Aufgrund der Förderung durch den Berliner Senat sind wir gehalten, Teilnehmende mit Wohn- bzw. Arbeitsort in Berlin bevorzugt zu berücksichtigen.

Zoom: Die Online-Seminare finden passwortgeschützt über Zoom statt. Wir wissen um die politische Kritik an Zoom, haben nach gangbaren und stabilen Alternativen gesucht, aber für diese Online-Seminarreihe keine geeignete Alternative gefunden.

Technische Ausstattung: Teilnehmende brauchen eine Kamera und ein Mikrophon (beides ist in den meisten Laptops und Smartphones bereits installiert) bzw. besser ein Headset. Es empfiehlt sich eine Teilnahme über einen Computer. Eine Teilnahme über Smartphone oder Tablet ist möglich, aber durch den kleinen Bildausschnitt erfahrungsgemäß anstrengend und es steht nicht der volle Funktionsumfang zur Verfügung.

Wir bitten insbesondere zoom-unerfahrene Teilnehmende, sich bereits zu Beginn des Technik-Check-Ins einzuloggen, um eine Chance zu haben, mögliche technische Probleme zu erkennen und bestmöglich zu lösen. Es empfiehlt sich, sich bereits vorher mit Unterstützung von Freund*innen oder Kolleg*innen mit Zoom vertraut zu machen.

Barrieren: Die Vorträge werden teils durch Powerpoint-Visualisierungen unterstützt. Diese können bei Bedarf vorab zugesandt werden. Bei rechtzeitiger Nachricht bemühe ich mich darum, so vorzutragen, dass der Vortrag auch ohne die Visualisierungen zu verstehen ist.

Datenschutz & Aufzeichnungen: Die Teilnehmenden-Dokumentation für die Fördergeber_innen findet per Screenshot mit ausgeschalteten Videos statt. Die Vorträge der Module 1, 3 und 4 werden aufgezeichnet. Dabei werden nur die Referentin und die Präsentation aufgezeichnet. Die Privatsphäre der Teilnehmenden bleibt gewahrt. Die Anmeldung gilt als Einverständnis mit diesen Aufzeichnungen der Referentin und Präsentation. Sie gilt ebenfalls als Einverständnis mit der Speicherung der im Anmeldevorgang genannten Daten zum Zweck der Teilnehmenden-Verwaltung. Bzgl. Datenschutz bei Zoom-Nutzung verweisen wir auf die Datenschutzaussagen von Zoom. Rückfragen zu Einstellungen im Webinar können an die Anmeldeadresse gerichtet werden. Weitere Informationen zum Datenschutz unter https://www.dissens.de/disclaimer.

Modul 1:

Widersprüchlich und anstrengend!

Ein Online-Seminar zu aktuellen Weiblichkeitsanforderungen zwischen Traditionalität und Modernisierung

Do, 16.7. 15-18h, Technik-Check-In ab 14:30

Zielgruppe: Alle Interessierten. Transfers werden öfter einen Blick auf Pädagogik werfen, aber auch Nicht-Pädagog*innen sind herzlich willkommen. Ich bemühe mich um eine gut verständliche Sprache, aber Fremdwörter werden aufgrund der zeitlichen Dichte immer wieder vorkommen. Es darf dazu gerne nachgefragt werden.

Dieses Online-Seminar besteht wesentlich aus einem Vortrag mit kürzeren Austauschphasen in Zufallsgruppen und einer Pause. Der Fokus liegt auf Weiblichkeitsanforderungen, also gesellschaftlichen Bildern, wie ein Mensch sein und sich verhalten muss, um als ‚richtige/s‘ oder ‚normale/s‘ Frau oder Mädchen zu gelten, und auf deren Konsequenzen. Unter anderem wird es um Widersprüchlichkeiten zwischen Traditionalität und Modernisierung, Überforderung und Balance-Akte, Schamgefühle beim Scheitern an emanzipatorischen Ansprüchen, Distanz zu Feminismus, Weiblichkeit und Frauen, sowie Bescheidenheits-, Selbstlosigkeits- und Selbstkritik-Ansprüche gehen.

Der Vortrag beschäftigt sich mit engen gesellschaftlichen Bildern von Weiblichkeit, es geht also mehr um einschränkende Muster und Normen als um Vielfalt und Individualität. Dabei geht es nicht darum, wie ‚die‘ Frauen oder Mädchen sind, sondern um die Effekte gesellschaftlicher Bilder.

Modul 2:

Selbstreflexion zu Weiblichkeitsanforderungen

Ein Online-Seminar für Frauen und für Menschen, die als Mädchen (fremd)sozialisiert wurden

Do, 23.7. 15-18h, Technik-Check-In 14:45

Zielgruppe: Das Online-Seminar richtet sich an Menschen, die Lust haben, in diesem Kontext eigene Erfahrungen mit Weiblichkeitsanforderungen zu reflektieren. Es ist offen für Menschen, die heute als Frauen leben, und für Menschen, die von anderen in ihrer Kindheit und/oder Jugend als Mädchen behandelt wurden. Rückfragen ggf. gerne unter der Anmelde-Adresse.

Teilnahme-Voraussetzungen siehe unten.

Aufbauend auf dem Vortrag vom ersten Modul wird dieses Online-Seminar einen Raum und Anregungen für Austausch zu eigenen Erfahrungen mit Weiblichkeitsanforderungen bieten. Wir werden zwischen Plenum, kürzeren zufälligen Kleingruppen und mindestens einer Phase in selbstgewählten Kleingruppen wechseln. Ich werde moderieren, eigene Erfahrungen zur Verfügung stellen und theoretische Einordnungen anbieten.

Voraussetzungen: Dieses Online-Seminar richtet sich primär an Teilnehmende aus Modul 1. Alternativ ist eine Teilnahme auch möglich, wenn vorbereitend der Text: Katharina Debus (2012): Und die Mädchen? unter http://www.jungenarbeit-und-schule.de/material/abschlusspublikation gelesen wird. Voraussichtlich ist es auch möglich, alternativ eine Videodokumentation des ersten Moduls anzuschauen, wenn die Aufzeichnung gelingt.

Informierte Teilnahme: Der Fokus dieses Online-Seminars liegt auf der Beschäftigung mit Weiblichkeitsanforderungen und deren Wirkungen auf das eigene Leben. Die Teilnehmenden sollten bereit sein, verschiedene Realitäten von trans[1], inter*[2] und cis[3] Menschen mitzudenken[4] und sich um ein inklusives Herangehen im Sinne der oben genannten Zielgruppen zu bemühen.

Da u.a. Körper, Identitäten und Sozialisationserfahrungen für verschiedene trans, inter* und cis Menschen in unterschiedlicher Weise von Bedeutung sind, ist eine Teilnahme nur zu empfehlen, wenn es gerade passt, mit Differenzen in der Selbstwahrnehmung und Sprache umzugehen und wenn eine wohlwollende und fehlerfreundliche Haltung möglich ist. Ich werde mich um eine vertrauensvolle und warme Atmosphäre mit Kennenlernen am Anfang bemühen. Dennoch handelt es sich bei diesem Seminar nicht um einen Safe Space, in dem Verletzungen ausgeschlossen werden können, sonderneher um einen Braver Space, der sich um eine wohlwollende Atmosphäre bemüht, in der unter Umständen zeitweise die Komfortzone verlassen wird, Irritationen und Widerspruch möglich sind und Schmerz thematisiert werden kann.

Ich (Katharina Debus) bin selbst cis Frau, wurde also bei Geburt zum Mädchen erklärt und finde die Identität Frau für mich passend. Ich bemühe mich darum, verschiedene trans Perspektiven auf Weiblichkeitsanforderungen einzubeziehen.

Alle Teilnehmenden sollten vorher überlegen, ob dies ein Angebot ist, das zu diesem Zeitpunkt für Euch/Sie passt. Eine Thematisierung von Unwohlsein und Kritik ist möglich, der Fokus soll aber auf dem persönlichen Austausch zu eigenen Erfahrungen liegen und ich fühle mich dafür verantwortlich, diesen Fokus zu halten.

Modul 3:

Warum verhalten sich Menschen diskriminierend?

Ein Online-Seminar zur subjektiven Funktionalität diskriminierender Einstellungen und Verhaltensweisen

Do, 30.7. 15-18h, Technik-Check-In ab 14:45

Zielgruppe: Alle Interessierten. Transfers werden öfter einen Blick auf Pädagogik werfen, aber auch Nicht-Pädagog*innen sind herzlich willkommen. Ich bemühe mich um eine gut verständliche Sprache, aber Fremdwörter werden aufgrund der zeitlichen Dichte immer wieder vorkommen. Es darf dazu gerne nachgefragt werden.

Quereinstieg willkommen!

Aus den Fehlern der Rechtsextremismusprävention der 1990er Jahre konnten wir lernen, dass die (nicht nur) pädagogische Diskriminierungsprävention auf mindestens 3 Säulen stehen sollte: 1. dem Empowerment von Menschen, denen Diskriminierung widerfährt oder widerfahren könnte, 2. der Stärkung nicht-diskriminierender Räume, Verhaltensweisen und Subkulturen sowie 3. der präventiven Arbeit mit Menschen, die diskriminierend handeln oder die in Zukunft diskriminierend handeln könnten.

Der Ansatz der subjektiven Funktionalität von Diskriminierung ist eher unter 2. und 3. zu verorten. Er wurde in der Kritischen Psychologie entwickelt und von verschiedenen Aktivist*innen, Forscher*innen und Pädagog*innen weiterentwickelt. Er geht davon aus, dass Menschen nicht nur aus bösem Willen, Privilegiertheit oder Mangel an besserem Wissen diskriminierend denken und handeln, sondern dass dieses Denken und Handeln oft Funktionen erfüllt. Ohne präventiv an diesen Funktionen anzusetzen und Alternativen zu erarbeiten, kann Prävention nur sehr eingeschränkt gelingen.

Das Online-Seminar führt in den Ansatz der subjektiven Funktionalität von Diskriminierung ein und stellt Thesen zu diesen Funktionalitäten auf. Es geht dabei nicht um eine Entschuldigung diskriminierender Denk- und Verhaltensweisen, sondern um deren bessere Durchdringung. Diese ist als Basis zur Einordnung und zielgerichteteren Prävention gedacht. Das Seminar besteht wesentlich aus einem Vortrag, der von kleinen Austauschphasen in Zufallsgruppen und einer Pause unterbrochen wird.

Modul 4:

Friedfertige Frauen und Mädchen?

Ein Online-Seminar zur subjektiven Funktionalität von Diskriminierung vor dem Hintergrund von Weiblichkeitsanforderungen

Do, 6.8. 15-18h, Technik-Check-In 14:45

Zielgruppe: Alle Interessierten. Transfers werden öfter einen Blick auf Pädagogik werfen, aber auch Nicht-Pädagog*innen sind herzlich willkommen. Ich bemühe mich um eine gut verständliche Sprache, aber Fremdwörter werden aufgrund der zeitlichen Dichte immer wieder vorkommen. Es darf dazu gerne nachgefragt werden.

Teilnahme-Voraussetzungen siehe unten.

Eine mögliche subjektive Funktionalität für diskriminierendes Denken und Handeln kann im Umgang mit eigenen Diskriminierungserfahrungen sowie im Umgang mit engen Geschlechternormen liegen. Dies gilt auch für diskriminierendes Verhalten und antifeministische Angriffe und Abgrenzungen von Frauen und Mädchen. Aufbauend auf den Vorträgen vom ersten und dritten Modul (Ersatzmöglichkeiten siehe unten) wird es in diesem Online-Seminar um spezifische Motivationen für diskriminierendes Verhalten vor dem Hintergrund von Weiblichkeitsanforderungen gehen. Auch dieses Online-Seminar ist zentral um einen Vortrag strukturiert, der in diesem Fall vor allem Thesen aufstellt, die als Anregung für die eigene Analyse und Praxis der Teilnehmenden gedacht sind. Auch hier wird es mindestens kurze Austauschphasen in Zufallsgruppen und eine Pause geben. Die genaue Planung findet abhängig vom Verlauf der Module 1 und 3 statt.

Voraussetzungen: Dieses Online-Seminar richtet sich primär an Teilnehmende aus den Modulen 1 und 3. Alternativ ist eine Teilnahme auch möglich, wenn zum Ersatz von Modul 1 vorbereitend der Text: Katharina Debus (2012): Und die Mädchen? unter http://www.jungenarbeit-und-schule.de/material/abschlusspublikation und zum Ersatz von Modul 3 der Text: Katharina Debus (2014): Rechtsextremismus als Suche nach Handlungsfähigkeit unter https://www.boeckler.de/pdf/p_arbp_302.pdf gelesen wird. Wahrscheinlich ist es auch möglich, alternativ die Videodokumentationen des ersten und dritten Moduls anzuschauen, wenn die Aufzeichnungen gelingen.

 

Diese Online-Seminar-Reihe findet im Rahmen des Projekts Schnittstelle Geschlecht –Geschlechterreflektierte Bildung als Prävention von Sexismus, Vielfaltsfeindlichkeit und Rechtsextremismus statt. Das Projekt wird gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, im Rahmen des Landesprogramms gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus.

 

[1] Trans Teilnehmende an diesem Seminar können entweder bei Geburt als Junge in die Geburtsurkunde eingetragen worden sein und heute als Frauen leben. Oder sie wurden bei Geburt als Mädchen eingetragen, leben aber heute als Männer, nicht-binär, genderqueer etc.

[2] Inter* Teilnehmende an diesem Seminar können entweder von anderen in der Kindheit als Mädchen behandelt worden sein und heute als Frau, Inter*, Mann oder anderes Geschlecht leben. Oder sie können bei Geburt als ein anderes Geschlecht eingeordnet worden sein und heute als Frau leben.

[3] Cis Frauen oder Mädchen sind Menschen, die bei Geburt als Mädchen in die Geburtsurkunde eingetragen wurden und heute auch als Frauen oder Mädchen leben.

[4] Es ist für die Teilnahme am Seminar nicht notwendig, all diese Begriffe zu kennen. Es sollte nur nicht überraschen, wenn Menschen teilnehmen, die andere als die eigenen Erfahrungen mitbringen und es sollte ein ehrliches Bemühen vorhanden sein, sie mit ihren Erfahrungen, Identitäten, Körpern und Selbstbeschreibungen zu akzeptieren und respektieren. Wer sich weiter informieren will, findet Begriffserklärungen u.a. in unserem Glossar unter https://interventionen.dissens.de/materialien/glossar.


27.11.2019

Fortbildung in Frankfurt a.M.: Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in der Pädagogik

Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in der Pädagogik

Fortbildung in Frankfurt a.M. am 27. November 2019

Zielgruppe: Pädagogische Fachkräfte, insbesondere Lehrer_innen und Referendar_innen

Referentinnen: Ulla Wittenzellner & Sarah Klemm

Als Teil menschlicher Vielfalt sind geschlechtliche und sexuelle Identitäten wichtige Faktoren in Pädagogik und Sozialer Arbeit. Statistisch gesehen gibt es in allen pädagogischen Einrichtungen lesbische, schwule, bisexuelle, transgeschlechtliche, intergeschlechtliche und queere (lsbtiq) Kinder und Jugendliche. Gerade ihre häufige Unsichtbarkeit verweist auf erhöhten Handlungsbedarf. Eine pädagogische Kultur, die von der Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt geprägt ist, ermöglicht lsbtiq Jugendlichen inklusive Teilhabe sowie die Entfaltung ihrer vielfältigen Ressourcen und trägt so zur Verwirklichung ihres Menschrechts auf Bildung bei. Aber auch heterosexuelle und relativ geschlechtskonform lebende Kinder und Jugendliche sind dem Druck ausgesetzt, stereotyp „richtige“ Jungen und Mädchen zu sein, um nicht abgewertet und ausgegrenzt zu werden. Auch sie können in einer Umgebung, die von der Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt geprägt ist, freier leben und besser lernen. Dafür ist es wichtig, dass Lehrer_innen, pädagogische Fachkräfte und Sozialarbeiter_innen um die real existierende Vielfalt an sexuellen und geschlechtlichen Identitäten sowie Diskriminierungsmechanismen wissen und darauf vorbereitet sind, allen Kindern und Jugendlichen inklusive und interessante Lern- und Entwicklungsangebote zu machen.
Im Workshop werden wir einerseits unterschiedliche Dimensionen geschlechtlicher und sexueller Vielfalt sowie ihre Relevanz für die Pädagogik thematisieren. Andererseits werden wir über Möglichkeiten des Praxistransfers sowie über Erfahrungen und mögliche Strategien im Umgang mit homo-, trans*- und inter*feindlicher Diskriminierung an Schulen und im Unterricht sprechen. Der Workshop richtet sich an alle, die sich in nichtdiskriminierender Form mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt beschäftigen möchten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Weitere Informationen und Anmeldung online bei der lea bildungsgesellschaft.


16.11.2019 - 16.11.2019

Reclaim Digital Spaces - queere und feministische Perspektiven im Netz stärken!

Workshoptag am 16. November 2019 von 13 bis 21 Uhr in Berlin Prenzlauer Berg, Jugendkulturzentrum Königstadt, Saarbrücker Straße 23 (U2 Senefelder Platz, M8 Rosa-Luxemburg-Platz, M2 Mollstr./ Prenzlauer Allee)

Anmeldung unter: anmeldung_rds[at]dissens.de

Hassrede, Antifeminismus und homo-, trans*- und inter*feindliche Angriffe im Netz sind weit verbreitet: Kaum jemand liest noch die Kommentare unter YouTube Videos und Online-Zeitungen, Google spuckt für Suchbegriffe rund um Gender jede Menge rechtspopulistische Inhalte aus, Frauen, LSBTIQ werden bedroht und beleidigt. Wir wollen ein Netz, das für alle offen und zugänglich ist!

Wie stärken wir emanzipatorische Perspektiven und Positionen im digitalen Raum? Wie können wir mit Angriffen und Hass umgehen und uns schützen?
Diese und andere Fragen diskutieren wir mit euch bei unserem Workshoptag Reclaim Digital Spaces:

13h Ankommen
14h Hallo und Einführung: Netz und Geschlecht – zwischen Angriffen und Empowerment
16h Workshops:
• Argumentationstraining gegen Antifeminismus
• Feministclickback – Suchmaschinenoptimierung gegen Rechts
• Outside the Binary in Sozialen Medien
• Gif-Club mit Fotobox
• Digitale Selbstverteidigung: Browsen
18h Snack
Ab 19h (anti-)feministisches Quiz mit Limo und Chips

Die Teilnahme ist kostenlos.
Für vegetarische/vegane Verpflegung ist gesorgt.

Die Veranstaltung ist für Rollstuhlfahrer_innen zugänglich. Da die Räumlichkeiten teilweise rollstuhlgeeignet sind, gebt uns doch bitte bei der Anmeldung Bescheid, für welchen Workshop ihr euch interessiert.
Wenn ihr von außerhalb Berlins für den Workshop anreist und Reisekostenzuschuss benötigt, meldet euch gerne bei uns.

Mehr Infos unter: https://www.facebook.com/genderdings

Den Flyer zur Veranstaltung gibt es hier zum Download.

Ausschluss: Entsprechend § 6 Absatz 1 VersG, behalten es sich die Veranstaltenden vor, von Ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die durch antifeministische, homo-, trans*- und inter*feindliche, rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung treten oder bereits in der Vergangenheit in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.


12.11.2019 - 12.11.2019

Buchpräsentation: Warum Feminismus gut für Männer ist

Dissens-Mitarbeiter Iven Saadi diskutiert mit Buchautor Jens van Tricht und der Feministin Yvonne Everhartz.

Buchpremiere und Gespräch am 12. November, 19.00 - 21.00 Uhr, in der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin.

Mit: Jens van Tricht (Buchautor), Iven Saadi (Politikwissenschaftler), Yvonne Everhartz (Politologin und Feministin)

Moderation: Heide Oestreich (Journalistin)

Viele Männer reagieren geradezu aggressiv auf Feminismus. Warum eigentlich? Leiden doch auch Männer unter den ungerechten Geschlechterverhältnissen, die sie selbst geschaffen haben: Sie bekommen häufiger einen Herzinfarkt als Frauen, begehen öfter Suizid, haben generell eine geringere Lebenserwartung. All das hat ganz wesentlich damit zu tun, dass sie sich immer noch an überkommenen Vorstellungen von Männlichkeit orientieren, möglichst viel arbeiten, Stärke und Durchsetzungsvermögen zeigen wollen. Nicht nur aber gerade auch gegen solche einengenden Rollenerwartungen kämpft Feminismus.

Jens van Trichts Buch „Warum Feminismus gut für Männer ist“ wirft einen Blick darauf, wie bestimmte Männlichkeitsvorstellungen toxisch wirken und was Männer tun können, um sich davon zu befreien. Es ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die freie Entfaltung von Talenten und Vorlieben eines jeden Menschen.

Im Gespräch mit dem niederländischen Buchautor und Gästen geht es um Feminismen, „toxische“ Männlichkeiten und wie Feminismus dazu beitragen kann, eine (geschlechter-)gerechtere Welt zu schaffen.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Sprache: Deutsch, Deutsche Gebärdensprache

Weitere Informationen gibt es hier.


02.10.2019 - 03.10.2019

30 Jahre Dissens - Feier in Berlin

Dissens – 30 Jahre kritische Bildung und Forschung zu Geschlecht, Männlichkeit und Intersektionalität

Dissens wird dieses Jahr 30 Jahre alt und wir möchten Sie hiermit herzlich einladen, dies am 2. Oktober 2019 in Berlin mit uns gemeinsam zu feiern! Das wollen wir tun mit einem Rückblick auf die letzten 30 Jahre (Fort-)Bildungs- und Forschungsarbeit, mit Einblicken in unsere aktuellen Arbeitsbereiche und dem Blick nach vorn auf die nächsten 30 Jahre. Anschließend laden wir zu Musik, Gesprächen und Tanz.
Die Teilnahme ist kostenlos.

Wann: 2. Oktober 2019, ab 17.30 Uhr

Wo: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin

Programm:

Ab 17.30 Uhr: Ankommen:

  • Thementische: die Projekte stellen sich vor
  • Buffet: Fingerfood

18.30 Uhr: Begrüßung, Einführung und Dissens-Netze
19 Uhr: 30 Jahre kritische Bildung und Forschung zu Geschlecht, Männlichkeit und Intersektionalität – historisch-thematisches Kaleidoskop
20.00 Uhr: Pause
20.15 Uhr: Ganz schön komplex: Einordnungen und Perspektiven
21.00 Uhr: Außenperspektiven: Grußworte und Open Mic
Im Anschluss: Gespräche und Tanz, mit Musik von DJ Lila Pudel

Anmeldung unter: https://www.dissens.de/30-jahre-dissens

Wir freuen uns auf einen gemeinsamen Abend mit vielen Weggefährt*innen, Kolleg*innen und Kooperationspartner*innen!


01.10.2019 - 02.10.2019

Fachtagung: Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt

Pädagogische Impulse

Am 1. und 2. Oktober 2019 findet die Abschlusstagung des Projekts Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt - Stärkung der Handlungsfähigkeit vor Ort in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin statt.

Das Programm kann hier eingesehen werden.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldungslink:https://calendar.boell.de/de/civi_register/137679

Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V. und das Gunda Werner Institut der Heinrich Böll Stiftung laden ein zur Abschlusstagung des Projekts Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt – Stärkung der Handlungsfähigkeit vor Ort. Es werden Erkenntnisse, Erfahrungen, Konzepte und Methoden aus fast fünf Jahren Projektarbeit vorgestellt.

Unter anderem wird es um verschiedene Dimensionen geschlechtlicher, amouröser und sexueller Vielfalt gehen, um die Arbeit mit heterogenen Zielgruppen, um die Gestaltung von Lernprozessen zu Diskriminierung und um die Arbeit mit heterogenen Zielgruppen vor dem Hintergrund Un_Sichtbarkeitsdynamiken. Denn viele lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter*, queere, asexuelle und/oder pansexuelle (lsbtiq) Kinder, Jugendliche und Fachkräfte outen sich aus sehr berechtigter Sorge vor Diskriminierung oft nicht. Ihre Bedarfe werden daher oft unterschätzt und es bedarf eines besonderen Augenmerks, um Lernprozesse in heterogenen Gruppen zu gestalten, wenn diese Heterogenität unsichtbar ist und Bedarfe nicht ohne Diskriminierungsrisiko geäußert werden können. Außerdem gibt es Raum für Austausch und Vernetzung.

Die Tagung richtet sich an Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen oder Fachkräften bildend arbeiten, unter anderem an Pädagog*innen aller Professionen, Lehrkräfte, Bildungsarbeiter*innen, Mitarbeiter*innen queerer Aufklärungsprojekte, Aktive der Fachkräftebildung, Dozent*innen, Studierende und andere Multiplikator*innen.